Home | Impressum | Sitemap
  Beauftragt zu heilen - in Beruf, Gemeinde, Gesellschaft  
    27. bis 29. März 2008 Kongress Palais Kassel  
 
   
  OeRK-Grußwort  
 

Berufen zur versöhnenden und heilenden Gemeinschaft

Grußwort des Oekumenischen Rates der Kirchen

 
Von Dr. Dietrich Werner, Program Coordinator, Ecumenical Theological Education (ETE/WCC)

 
 

Ich überbringe Ihnen herzliche Grüße und Segenwünsche für diesen wichtigen Gesundheitskongress vom Oekumenischen Rat der Kirchen (OeRK) in Genf, einer Gemeinschaft von über 340 Mitgliedskirchen in allen Teilen der Welt, die 560 Millionen Gläubige repräsentiert. Der OeRK wird in diesem Jahr 60 Jahre alt, auch die Römisch-Katholische Kirche arbeitet in verschiedenen Programmbereichen intensiv mit. Deshalb freue ich mich, dass an diesem Kongress auch Christen aus verschiedenen Kirchen teilnehmen, wir haben eine gemeinsame Berufung.

Für den OeRK ist das Thema dieses Christlichen Gesundheitskongresses von zentraler Bedeutung. Erst vor wenigen Jahren, bei der Weltmissionskonferenz in Athen im Jahre 2005 wurde intensiv darüber nachgedacht, was es bedeutet, dass wir "In Christus dazu berufen (sind), eine versöhnende und heilende Gemeinschaft zu sein". Für den OeRK sind die Fragen von Heilung, Gesundheit und Glaube seit langem auf der Tagesordnung. Seit 1968 gab es die Christian Medical Commission, in der Ärzte, Pastoren und Mitarbeitende aus Diakonie Konzepte eines ganzheitlichen Heilungsdienstes der Kirchen und Gemeinden und christliche Perspektiven für das Gesundheitssystem in verschiedenen Kontexten bedacht haben. In einem neuen Grundsatzdokument zur "heilenden Mission der Kirche" von Athen aus dem Jahre 2005 wurden die Kernüberzeugungen, die seinerzeit in Tübingen 1964 schon einmal grundlegend formuliert wurden, nämlich dass die Kirche einen spezifischen und unersetzbaren Beitrag zum Verständnis von Heilung und Gesundheit hat und dass die Gemeinde als ganze - und nicht nur spezialisierte Institutionen - beauftragt ist mit dem Heilungsdienst der Kirche, noch einmal unter neuen Bedingungen entfaltet und aktualisiert.

Für den OeRK sind zwei Kernpunkte wichtig, die wir in diesem Grußwort auch mit diesem Kongress teilen können:

  • Heilung ist kein Spezialbereich oder Sonderanliegen, das Eigentum und spezielles Merkmal nur einer bestimmten kirchlichen Konfession oder eine Frömmigkeitsrichtung wäre, sondern gemeinsame Aufgabe aller christlichen Kirchen und Gemeinden vor Ort. Deshalb kommt es darauf an, dass wir von den besonderen Erfahrungen und Ausprägungen des christlichen Heilungsdienstes und christlicher Mitarbeit im Gesundheitswesen verschiedener Kirchen lernen und hineinwachsen in einen umfassenderen ökumenischen Dialog über die Zukunft des christlichen Heilungsdienstes. Evangelische, orthodoxe, römisch-katholische, freikirchliche und pfingstkirchliche Traditionen können hier voneinander lernen und sich auch gegenseitig befragen.
  • Heilung ist heute ein Grundthema vor allem auch in den Beziehungen zwischen den Kirchen des Nordens, die überwiegend im Kontext eines hoch entwickelten medizinischen Gesundheitssystems leben, und den Kirchen des Südens, die die Folgen der eklatanten Ungleichverteilung der Gesundheitsressourcen und Zugänge schmerzhaft in täglichem Alltag erfahren. Meine Anregungen deshalb: Wenn Sie zurückkehren von diesem Kongress in Ihre Gemeinden und Orte oder Einrichtungen, suchen Sie Menschen aus anderen Gemeinden Ihrer Umgebung, aus anderen Konfessionen, auch von den Migrationskirchen auf und teilen Sie Ihre Fragen und Erfahrungen mit Ihnen! Und beziehen Sie in den Dialog über die Zukunft und die Ausgestaltung eines verantwortlichen und ganzheitlichen christlichen Heilungsdienstes auch die Partnerkirchen in den Ländern des Südens mit ein. Das Heilungsthema steht für viele, die sich von den Folgen u.a. der gravierenden HIV/AIDS-Katastrophe bedroht sehen, ganz oben auf der Tagesordnung.

Was hier in Deutschland passiert mit dem hoffnungsvollem Ansatz im Christlichen Gesundheitskongress ist wichtig auch für andere Kirchen in der Oekumene. Der OeRK lässt gerade einen Grundsatzbeitrag aus dem Kontext des Christlichen Gesundheitskongresses (DIFAEM-Studie über Gesundheit, Heilung und Spiritualität im deutschen Kontext) ins Englische übersetzen, damit miteinander in der Oekumene geteilt werden kann, was an Impulsen aus Deutschland kommt. Es kann umgekehrt wichtig sein, dass auch beim weiteren Weg der Bewegung des Christlichen Gesundheitskongresses die Stimme der Kirchen aus anderen Teilen der Erde stärker noch mit zu Gehör gebracht und eine ökumenische Vernetzung erreicht wird. Aus den regionalen Christian Health Associations gibt es in verschiedenen Ländern dafür gute Gesprächspartner.

Im Jahr 2010 wird des hundertjährigen Jubiläums der Weltmissionskonferenz in Edinburgh 1910 gedacht werden, mit der die ökumenische Bewegung begann. Die Profilisierung und Stärkung der christlichen Stimme im Bereich des Gesundheitswesens und der Heilungsdienste ist ein wichtiger Beitrag dazu. Vielleicht kann zur Fortführung dieses Prozesses in Deutschland die Frage wichtig werden, ob man - ähnlich wie in anderen Ländern - so etwas wie einen National Christian Council for Health and Healing einrichtet, ein Kooperations- und Dialogforum für Fragen von Gesundheit und Heilung aus christlicher Perspektive, mit dem die christlichen Kirchen gemeinsame Stimme und mehr Profil entwickeln könnten in diesem Bereich. Vom OeRK aus wünschen wir dieser Initiative von Herzen Gottes Segen und dass sie zur Stärkung dessen beiträgt, was Gäste aus anderen Kirchen bei Besuchen in Deutschland manchmal etwas vermissen: self-confidence of Christian faith, das Selbstzutrauen des christlichen Glaubens. Wir haben etwas zu sagen und beizutragen als Christen im Gesundheitswesen!

 
 

Weiterführende Informationen:

 
Seitenanfang Seitenanfang  
 
 
 
  Frau mit Kind  
  Segnung  
  Arzt am Krankenbett  
   
     
 

Christlicher Gesundheitskongress
Speersort 10
20095 Hamburg
DEUTSCHLAND
Tel. (040) 32 33 07-16
Fax (040) 32 24 03
info@christlicher-gesundheitskongress.de

   
 
Home | Suche | Sitemap | Kontakt | Impressum